5G: Politiker fordern flächendeckenden Ausbau

Die Bundesnetzagentur möchte so schnell wie möglich die 5G-Frequenzen versteigern. Politiker der Unionsfraktion fordern, die Vergabe des Frequenzspektrums an strenge Auflagen zu binden. So will man die Netzbetreiber zum flächendeckenden Ausbau mit dem 4G-Nachfolger verpflichten. Die Netzagentur warnt vor strengen Auflagen.

Die Frequenzen für 5G sollen so schnell wie möglich versteigert werden, darüber sind sich Politiker und Verantwortliche der Bundesnetzagentur einig. Auf einer Veranstaltung Anfang der Woche haben Vertreter von Bund und Ländern über das Vergabeverfahren für die Frequenzen beraten, wie das Handelsblatt berichtet. Politiker der Unionsfraktion fordern, die Auktion an strenge Vorgaben zu koppeln. So sollen die Netzbetreiber verpflichtet werden, 5G flächendeckend auszubauen. Die Bundesnetzagentur warnt vor solchen Forderungen, man müsse die „Angemessenheit und wirtschaftliche Zumutbarkeit“ für die drei Netzbetreiber beachten. Nicht in jedem Landstrich lohne sich der Betrieb des 4G-Nachfolgers.

5G-Netz
Die Politik wünscht sich ein flächendeckendes 5G-Netz (© iaremenko – stock.adobe.com)

Vertreter der Bundesländer plädieren wiederum für einen stufenweisen Ausbau von Mobilfunk. Bis Ende 2019 sollen 98 Prozent der Bevölkerung Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s nutzen können. Für Ende 2022 heißt das Ziel bis zu 100 Mbit/s und Ende 2025 will man bis zu 300 Mbit/s erreichen. Die CSU regt an, auf hohe Einnahmen bei der 5G-Auktion zu verzichten und stattdessen auf strenge Auflagen für die Netzbetreiber zu setzen. Jürgen Grützner vom Branchenverband VATM gibt zu bedanken, dass strenge Auflagen nicht zu niedrigen Auktionserlösen führen. Die Netzbetreiber würden bei einer 5G-Auktion mit strengen Auflagen das Bieterverhalten nicht zwangsläufig ändern.

Ein flächendeckender Ausbau mit dem 4G-Nachfolger wäre für die Unternehmen teuer. Einzelne Basisstationen mit 5G bieten nur eine geringe Reichweite, man müsste das Mobilfunknetz sehr engmaschig ausbauen. Für einen wirklich flächendeckenden Ausbau wäre es sinnvoller auf das LTE-Netz zu setzen.

Netzbetreiber warnen vor teurer 5G-Auktion

Aktuell gibt es bei den Vertretern von Bund, Ländern und Bundesnetzagentur noch keine Einigung zum Vergabeverfahren. Auch die Netzbetreiber haben ihre Vorstellungen zur Auktion. So fordert zum Beispiel Telefónica Deutschland-Chef Markus Haas eine freiwillige Selbstverpflichtung  der Netzbetreiber zum Ausbau, dafür würde der Staat die Frequenzen kostengünstig vergeben. Ein solches Modell gebe es in Frankreich.

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Die Zeitung zitiert Haas: „Die bisherigen Versteigerungen haben dem deutschen Mobilfunkmarkt 60 Milliarden Euro entzogen. Damit hätte sich ein quasi flächendeckender Ausbau von mobilen Hochgeschwindigkeitsnetzen leicht finanzieren lassen.“ (Quelle: Handelsblatt) Auch Telekom-Chef Höttges hat in der Vergangenheit vor einer teuren 5G-Versteigerung gewarnt. Zuletzt kündigte Höttges an, keine übertrieben hohen Summen zahlen zu wollen.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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