5G: Netzbetreiber kritisieren lokale Frequenzen

Die 5G-Auktion soll am 19. März starten. Die Bundesnetzagentur vergibt auch lokale Frequenzen, das Interesse an diesen Frequenzen ist groß. So möchte zum Beispiel Audi ein werkeigenes Netz aufbauen. Die Netzbetreiber kritisieren die Vergabe lokaler Frequenzen und fürchten den Verlust von Geschäftskunden.

Sollten sich die Netzbetreiber mit ihren Eilanträgen nicht durchsetzen, startet die 5G-Auktion am 19. März wie geplant. Die Bundesnetzagentur vergibt auch lokale Frequenzen. Viele Unternehmen haben Interesse an dem Frequenzspektrum. Audi hat angekündigt mit Hilfe von Ericsson ein werkeigenes Netz aufzubauen, wie der Spiegel berichtet. Auf dem Produktionsgelände werden etwa 6000 Roboter in Echtzeit und mit geringer Latenz miteinander kommunizieren. Ebenso können sich Transportvehikel und Gabelstapler fahrerlos durch die Werkshallen bewegen.

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Besonders Hannes Ametsreiter kritisiert lokale Frequenzen (Bildquelle: Vodafone)

Ein werkeigenes 5G-Netz sei schon notwendig, um Geschäftsgeheimnisse und Patente zu schützen. Diese Aussage von Audi ist sicherlich eine Reaktion auf die aktuelle Diskussion rund um den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Die Netzbetreiber (besonders Vodafone) kritisieren die Vergabe von lokalen Frequenzen, man fürchtet wichtige Geschäftskunden zu verlieren. Es gibt dazu weitere Kritikpunkte.

Unklare Definition von lokalen Frequenzen

Ein zusätzliches Problem ist die Definition der lokalen Frequenzen durch die Bundesnetzagentur. Vodafone-Chef Ametsreiter kritisiert die Campus-Frequenzen in einem aktuellen Artikel: „Zwischen all den Unwägbarkeiten wird jetzt gerade die nächste Debatte aufgemacht: das Thema Campus-Lösungen, also der lokalen Frequenzen, die man bei 5G günstig erwerben kann. Meint das wie ursprünglich geplant einzelne Industrie-Standorte? Oder doch ganze Städte? Meint das 5G für den firmeneigenen Bedarf oder sollen daraus auch Angebote für Dritte entstehen?“ (Quelle: Vodafone)

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Hier zeigt sich eine weitere Besorgnis der Netzbetreiber. Es geht nicht nur um den Verlust von wichtigen Geschäftskunden, man fürchtet Mitwerber auf dem Mobilfunkmarkt. So wäre es durchaus denkbar, dass Unternehmen Dienste außerhalb des Betriebsgeländes für Dritte anbieten. Die Diskussion um lokale Frequenzen verdeutlicht, dass es sich bei 5G mit geringer Latenzzeit (> 1 ms) vor allem um ein Netz für die Industrie handelt. Für den Privatverbraucher ist die Mobilfunktechnologie der fünften Generation zu Beginn nicht so relevant. Mobiles Surfen mit hohen Übertragungsraten ist auch mit 4G (bis zu 1 Gbit/s) möglich.  

(Bildquelle Beitragsbild: © Mikko Lemola – stock.adobe.com)

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