5G: Mehr als nur reiner Mobilfunk

Im Jahr 2020 sollen die ersten kommerziellen 5G-Netze starten. Der 4G-Nachfolger bietet eine Übertragungsrate von bis zu 10 Gbit/s und mehr. Wenn wir über die kommende Mobilfunktechnologie berichten, hören wir häufig, dass niemand mobile Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich braucht. Doch der 4G-Nachfolger ist mehr als nur reiner Mobilfunk.

Die deutschen Netzbetreiber und Bundesminister Alexander Dobrindt haben 5G bereits im Blick. Im kommenden Jahr 2018 werden die Frequenzen für den 4G-Nachfolger versteigert. 2020 starten nach der Einschätzung von vielen Experten die ersten kommerziellen Netze mit Gigabit-Geschwindigkeiten. Das BMVI hat sich im Strategie-Papier „5 Schritt zu 5G“ folgende Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2025 sollen alle Hauptverkehrswege und mindesten die 20 größten Städte mit 5G versorgt sein.

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Bundesminister Dobrindt stellte im September 2016 die 5 Schritte zu 5G vor (Bildquelle: BMVI)

Während die deutschen Netzbetreiber bereits heute an der Verwirklichung der kommenden Mobilfunktechnologie arbeiten, sehen viele Verbraucher keine Notwendigkeit für Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich.

Mobilfunknutzer sehen häufig keine Notwendigkeit für 5G

Immer wenn wir als Infoportal 4G.de über 5G berichten, hören wir von unseren Lesern: Niemand braucht heute und in den kommenden Jahren Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s. Mit den geringen Datenvolumen bei den deutschen Mobilfunk-Tarifen machen hohe mobile Geschwindigkeiten keinen Sinn. Die deutschen Netzbetreiber sollten zuerst LTE flächendeckend ausbauen, bevor die Unternehmen mit der nächsten Mobilfunktechnologie starten. So lauten die Kommentare vieler Leser. Dabei muss man jedoch sehen: 5G ist mehr als nur reiner Mobilfunk. Zumindest ist der nächste Mobilfunkstandard nicht mehr die Art von Mobilfunk, wie wir diesen von früher kennen. Der 4G-Nachfolger bietet nicht einfach Übertragungsraten im Gigabit-Bereich für schnelleres mobiles Surfen mit Smartphones und Tablets.

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5G wird in den nächsten Jahren alle Lebensbereiche digitalisieren, wie Dr. Michael Lemke von Huawei Deutschland im Interview mit 4G.de erläuterte. Der 4G-Nachfolger wird in den nächsten Jahren zum Beispiel autonomes Fahren ermöglichen. Bereiche wie die Landwirtschaft, Medizin, Logistikbranche oder Industrie 4.0 erwartet eine umfassende Digitalisierung. Smart City, Smart Home, Internet der Dinge oder Telemedizin dürften mit der Einführung von 5G für viele Menschen zu alltäglichen Begriffen werden. Neben einer hohen Übertragungsrate kommt eine niedrige Latenzzeit (unter 1 ms)dazu. Experten sprechen immer wieder davon, dass der 4G-Nachfolger eine Revolution für unseren Alltag bedeuten könnte. Vor diesem Hintergrund muss man 5G betrachten. So wird schnell klar, dass die kommende Technologie weitaus mehr ist, als Mobilfunk wie wir ihn heute kennen.

5G-Ausbau wird teuer

Auf dem MWC 2017 in Barcelona hat Telekom-Chef Timo Höttges deutlich gemacht, dass der Ausbau mit dem 4G-Nachfolger sehr teuer wird. Höttges sprach von Kosten von 300 bis 500 Mrd. Euro für ein flächendeckendes 5G-Netz in Europa. Zahlen nur für Deutschland nannte der Telekom-Chef nicht. Nun steht im kommenden Jahr die Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen für den 4G-Nachfolger an. Minister Alexander Dobrindt rechnet bei der Auktion mit hohen Einnahmen im zweistelligen Mrd.-Bereich. Er begründet die Einschätzung damit, dass es sich um „sehr werthaltige Frequenzen“ handelt.

Doch gerade vor einer teuren Versteigerung hatte Höttges auf dem MWC 2017 gewarnt und sogar dazu angeregt, auf eine Auktion zu verzichten. Auf die Einnahmen aus der Versteigerung wird die Bundesregierung sicherlich nicht verzichten wollen. Es ist jedoch zu hoffen, dass die Auktion für die kommenden 5G-Frequenzen für die Netzbetreiber nicht zu teuer wird. Denn wir kennen es: Teure Frequenzauktion bezahlen am Ende die Kunden über die Mobilfunkpreise.

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