5G: Industrie setzt auf eigene Netze

Anfang 2019 versteigert die Bundesnetzagentur auch regionale 5G-Frequenzen und das Interesse ist groß. 15 Unternehmen wollen regionale Frequenzen beantragen. Dazu gehören Konzerne wie Bosch, Siemens oder Volkswagen. Die Unternehmen wollen sich beim Ausbau des 4G-Nachfolgers nicht von den Netzbetreibern abhängig machen.

Im ersten Quartal 2019 versteigert die Bundesnetzagentur die 5G-Frequenzen. Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland werden um die bundesweiten Frequenzen bieten. Daneben vergibt die Bundesnetzagentur auch regionale und lokale 5G-Frequenzen und das Interesse ist bereits jetzt sehr groß. Wie die Wirtschaftswoche meldet, interessieren sich 15 Unternehmen hierfür. Dazu gehören große Konzerne wie Bosch, Siemens, BASF und Volkswagen. Die Unternehmen möchten sich beim Ausbau des 4G-Nachfolgers nicht von den Netzbetreibern abhängig machen.

5G
Die Industrie setzt auf lokale 5G-Frequenzen (Bildquelle: © Sikov – stock.adobe.com)

Die regionalen und lokalen 5G-Frequenzen werden auf Antrag vergeben. Diese Frequenzen liegen im Bereich 3,7 bzw. 3,8-GHz und 26-GHz und kommen zum Beispiel direkt in den Fabriken zum Einsatz. Die Unternehmen wollen mit dem 4G-Nachfolger ihre Fabriken vollständig vernetzen (Industrie 4.0). Die 5G-Infrastruktur soll Produktionsabläufe optimieren und einen höheren Automatisierungsgrad schaffen. Neben Unternehmen können auch regionale Netzbetreiber und Gemeinden die lokalen Frequenzen bei der Bundesnetzagentur beantragen. Hier wäre zum Beispiel ein Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft einzelner Gemeinden denkbar.

Versteigerung der 5G-Frequenzen später als geplant

Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, man werde das 5G-Frequenzspektrum im ersten Quartal 2019 versteigern. Noch vor der Bundestagswahl hieß es, die Auktion sei für Mitte 2018 geplant. Als sich die Koalitionsverhandlungen immer länger hinzogen und es keinen zuständigen Verkehrsminister gab, erschien ein Termin Ende 2018 als eher realistisch. Nun wurde die Auktion erneut verschoben. Wie das Handelsblatt berichtet, gibt es bereits seit Monaten einen Streit zwischen Verkehrsministerium und Bundesnetzagentur über die Auflagen für die Netzbetreiber. Diese Unstimmigkeiten machen eine Versteigerung noch in diesem Jahr unmöglich.

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Vertreter der CSU beharren auf besonders strenge Versorgungsverpflichtungen für Telekom, Vodafone und o2. Eine Auflage soll eine möglichst flächendeckende 5G-Netzabdeckung sein. Die Bundesnetzagentur verweist darauf, dass die Auflagen für die Netzbetreiber wirtschaftlich umsetzbar sein müssen. Außerdem beharrt die Regulierungsbehörde auf ihre Unabhängigkeit und verbietet sich die Einmischung der Politik. Letztendlich führen diese Auseinandersetzungen zu einer recht späten Versteigerung der 5G-Frequenzen. Experten haben in den letzten Monaten immer darauf verwiesen, dass eine frühe Auktion für die Planungssicherheit der Netzbetreiber wichtig sei.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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