5G und Gesundheit: Wie gefährlich ist die Mobilfunktechnologie?

5G-Antennen sollen in Kürze in Ampeln und Laternen verbaut werden, so sieht ein Plan des Verkehrsministers aus. Mobilfunkantennen befinden sich bald in unserer nächsten Umgebung und die Zahl der Sendestationen wird stark ansteigen. Viele Menschen fragen sich: Wie gefährlich ist die Mobilfunktechnologie der fünften Generation? 

Vodafone ist bereits mit 5G in Deutschland gestartet, die Deutsche Telekom steht mit einem Tarif des 4G-Nachfolgers in den Startlöchern. Ab dem Jahr 2020 werden die Netzbetreiber den Ausbau der Mobilfunktechnologie der fünften Generation besonders in den Städten forcieren. Nach einem Plan von Verkehrsminister Scheuer sollen schon bald 5G-Antennen in Ampeln, Laternen oder kommunale Schilder (z.B. U-Bahn-Zugänge) verbaut werden. Dieser Schritt sei notwendig, da herkömmliche Standorte für Mobilfunk bereits ausgereizt seien.

5G-Netz
Wie gefährlich ist das 5G-Netz? (Bildquelle: © iaremenko – stock.adobe.com)

In naher Zukunft wird die Zahl der Mobilfunkantennen stark zunehmen. Weiterhin befinden sich diese Antennen noch näher am Nutzer und werden nicht mehr auf höher gelegenen Standorten wie Türmen oder Dächern angebracht. Viele Menschen stellen sich aktuell die Frage: Wie gefährlich ist 5G für die Gesundheit? Das Infoportal 4G.de beleuchtet diese Frage näher und wirft einen Blick auf die aktuell hitzige Diskussion um Segen und Fluch des 4G-Nachfolgers?

Das Problem mit der geringen Reichweite der 5G-Frequenzen

Bei 5G existiert ein Grundproblem. Die Frequenzen ermöglichen hohe Übertragungsraten, haben jedoch nur eine geringe Reichweite, was besonders auf das Spektrum mit 3700-MHz zutrifft. Um eine Großstadt komplett mit der Mobilfunktechnologie zu versorgen, bedarf es einer deutlich höheren Anzahl an Antennen als bei 4G oder 3G. Weiterhin ist es sinnvoll, die Sendestationen in geringer Höhe zu installieren, damit möglichst viel vom Signal beim Nutzer ankommt. Aus diesem Grund sollen die im Regelfall kleinen Antennen in Ampeln, Laternen und Schildern installiert werden, wie es die Pläne aus dem Verkehrsministerium vorsehen.

Für die Kritiker von 5G sieht die Rechnung wie folgt aus. Mehr Antennen bedeuten mehr Strahlung durch Mobilfunk. Schon lange steht Handystrahlung im Verdacht, das Erbgut zu schädigen und Krebs zu verursachen. Wir leben schon eine Zeitlang mit Smartphones. Die meisten Studien konnten bisher keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Mobilfunk und negativen Effekten auf die Gesundheit belegen. Selbstverständlich gibt es auch Studien, die diesen Aussagen widersprechen. WHO und Bundesamt für Strahlenschutz sehen zumindest keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung und Krebs.

Verfügbarkeit testen!

  

Vergleichen Sie hier die LTE-Verfügbarkeit jeder beliebigen Adresse in ganz Deutschland.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Die bisherige Handystrahlung scheint harmlos für Erwachsene. Wie sieht es jedoch mit 5G aus? Es kommen andere Frequenzen zum Einsatz und die Mobilfunkstrahlung wird zunehmen. Hier gibt aktuell keine verlässlichen Erkenntnisse, es fehlt an Langzeitstudien. Zahlreiche Experten, etwa vom Bundesamt für Strahlenschutz, geben Entwarnung und sehen keinen Grund zur Sorge. Kürzlich sorgte die Stiftung Warentest mit der Aussage, 5G sei ungefährlich, für viel Aufsehen. Die Warentester gaben an, zahlreiche Studien ausgewertet zu haben. Letztendlich kam man zum Ergebnis, dass der 4G-Nachfolger für die Bevölkerung unbedenklich sei.

Das Geschäft mit der Angst: Abschirmfarbe und Engels-Essenz

Aktuell ist nicht hinreichend geklärt, wie sich 5G auf die Gesundheit auswirkt. Auch wenn viele Stimmen dazu mahnen, nicht in Panik zu verfallen, sind viele Menschen besorgt. Im Netz läuft das Geschäft mit der Angst durch steigende Mobilfunkstrahlung. Das Angebot ist groß und Verbraucher können zahlreiche Produkt gegen Handystrahlung erwerben. So gibt es zum Beispiel Farben, spezielle Kleidung und Stoffe zur Abschirmung. Es lassen sich Messgeräte für wenige Tage mieten, um die Strahlung im eigenen Haus zu messen. Besonders teuer sind Baldachine für Doppelbetten, die wie ein faradayscher Käfig funktionieren. Hier zahlt der Käufer etwa 1000 Euro zum Schutz gegen den 4G-Nachfolger.

Smartphone HD Voice
Wie gefährlich ist das Handy? Grund zur Sorge? Bildquelle: © Robert Kneschkke – stock.adobe.com).

Mitunter nimmt die Angst vor 5G auch absurde Züge ein. Im Netz lässt sich die Engel-Kombi-Essenz „Nanael, Aniel, Sonael“ kaufen. Es handelt sich um eine Sonderanfertigung, die auf Wunsch vieler Nutzer von den drei Engeln erstellt wurde. 5 bis 8 Tropfen zweimal täglich direkt auf die Zunge oder in ein Glas Wasser wirken gegen allerlei Strahlung inklusive 5G. Im Kleingedruckten findet sich der Hinweis, dass die Wirkung der Essenz wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist. Die Engels-Essenz kostet jedoch nur etwa 22 Euro, eigentlich kann man hier nichts falsch machen.

5G in den Fake News: Tote Vögel und die Abholzung von Bäumen

Zahlreiche Fake News rund um den 4G-Nachfolger befeuern die Angst in der Bevölkerung. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte eine Meldung über Vogelsterben in Den Haag nach einem 5G-Versuch. Hunderte Vögel sollen plötzlich tot vom Himmel gefallen sein. Es hat sich laut dem Bericht um Herzversagen durch Mikrowellenstrahlung gehandelt. Die Seite Mimikama untersucht im Regelfall solche Meldung und konnte in der Vergangenheit zahlreiche solcher Nachrichten als Fake enttarnen.

Was war in Den Haag passiert? Im Huygenpark sind hunderte Vögel gestorben, soweit stimmt die Meldung. Die Tiere (ausschließlich Stare) starben über den Verlauf von mehreren Tagen zwischen Ende Oktober und Anfang November 2018. Man fand die Vögel tot unter den Schlafplätzen. Ursache des Todes war eine Vergiftung. Die Tiere hatten neben den ungiftigen Eibenbeeren auch Teile des hochgiftigen Nadelbaums verzehrt. Wahrscheinlich wurden die Bäume im Park falsch zurechtgestutzt, wodurch die Vögel auch die giftigen Teile zu sich nahmen. In Den Haag fand übrigens nie ein 5G-Versuch statt, in der niederländischen Stadt gibt es nur 4G-Antennen.

April 2019 sorgte die Meldung für Aufsehen, dass für den 4G-Nachfolger zahlreiche Bäume über Nacht gefällt werden. Ein Bild zeigte eine Straße in Amsterdam mit zahlreichen gefällten Bäumen. Auch hier leistete Mimikama ganz Arbeit. Die Bäume wurde im der niederländischen Hauptstadt im Rahmen der üblichen Baumpflege gefällt, einen Zusammenhang mit 5G besteht in diesem Fall nicht. Dies sind zwei Beispiel für Fake News rund um die Mobilfunktechnologie. Aktuell versuchen besonders Esoteriker und rechte Verschwörungstheoretiker die Menschen beim 4G-Nachfolger zu verunsichern.

Fazit 4G.de

Wie gefährlich 5G für die Gesundheit ist, ist nicht ausreichend geklärt. Viele Experten sehen jedoch keinen Grund zur Panik. Die Mobilfunktechnologie der fünften Generation dürfte nicht schädlicher als die aktuelle Handystrahlung sein. Bei allen Befürchtung in der Bevölkerung, der 4G-Nachfolger ist weltweit nicht mehr aufzuhalten. Die Regierungen sind sich der Sorgfaltspflicht für die Bevölkerung durchaus bewusst. Es ist nicht so, dass Großversuche an den Bürgern durchgeführt werden, wie es in Meldung der Gegner immer wieder heißt. So melden gerne russische Seiten, dass die westliche Staaten Großexperimente mit der Bevölkerung durchführen. Gerne wird dabei verschwiegen, dass man im Russland darum bemüht ist, so schnell wie möglich eine 5G-Infrastruktur aufzubauen.

Gerade bei den zahlreichen Panikmeldungen rund um den 4G-Nachfolger gilt es ein besonderes Augenmerk auf diese Nachrichten zu werfen, häufig handelt es sich um Fake News.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com).

Recent Posts

Schreibe einen Kommentar

5G-Netz