5G: Bundesregierung mit Bedenken gegen Huawei

Die Bundesregierung könnte Huawei vom 5G-Ausbau ausschließen. Noch im Oktober hielt man am chinesischen Netzwerkausrüster fest, nun bewertet die Regierung die Lage neu. Die Sicherheit des zukünftigen Mobilfunknetzes sei von hoher Relevanz, heißt es. Die Netzbetreiber sehen einen Ausschluss der Chinesen problematisch.

Schließt die Bundesregierung Huawei vom 5G-Ausbau aus? Aktuell gibt es konkrete Überlegungen innerhalb der Regierung zu diesem Schritt. Laut einem Bericht des Handelsblatts heißt es, die Sicherheit des zukünftigen 5G-Netzes sei für Deutschland „von hoher Relevanz“. Noch im Oktober 2018 sah es ganz anders aus. Die Bundesregierung gab zu diesem Zeitpunkt an, nicht dem Beispiel anderer Länder zu folgen und über einen Ausschluss von Huawei nachzudenken. Die Entwicklungen in den letzten Monaten dürften die Bundesregierung zu einem Umdenken bewegt haben.

Huawei
In Zukunft keine Technik von Huawei? (Bildquelle: istockphoto.com, NexTser)

Immer mehr Ländern haben sich entschieden, Huawei um 5G-Ausbau auszuschließen. Neben den Vereinigten Staaten gehören Großbritannien, Australien, Neuseeland und Japan dazu. In Norwegen gibt es aktuell ähnliche Überlegungen in Deutschland. Zuletzt sorgten Spionage-Vorwürfe gegen einen Huawei-Mitarbeiter in Polen für Furore. Das chinesische Unternehmen hat den Manager mittlerweile entlassen.

Newsletter abonnieren!

  

Monatlich exklusive und hilfreiche News, Infos, Angebote und Tipps aus der LTE- und 4G-Szene für Sie. Abmeldung jederzeit möglich! Hinweise zu Datenschutz, Analyse und Widerruf erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Wie kritisch der chinesische Konzern die Lage einschätzt, zeigt eine Stellungnahme des Firmengründers. Ren Zhengfei meldete sich zur Wort, was sehr selten ist. Er betonte, dass man keine sensiblen Daten an die chinesische Regierung weitergeben würde. Man würde nie etwas tun, um einen anderen Land auf der Welt zu schaden. Beweise für Spionage durch das chinesische Unternehmen gibt es nicht.

Die Zeit drängt für die Bundesregierung

Die Überlegungen der Regierung, ob man Huawei vom 5G-Ausbau in Deutschland ausschließt, sind noch nicht abgeschlossen. Doch in Wirklichkeit drängt die Zeit. Im ersten Quartal 2019 werden die Frequenzen des 4G-Nachfolgers versteigert. Die Netzbetreiber brauchen vor der Auktion Klarheit, wie die Position der Bundesregierung aussieht.

Telekom, Vodafone und o2 sehen einen Ausschluss des chinesischen Netzwerkausrüsters kritisch. Gegenüber dem Handelsblatt teilte ein nicht näher benannter Managers eines Netzbetreibers mit: „Wir können nicht auf Huawei verzichten, wenn wir beim globalen Wettrennen um 5G nicht zurückfallen wollen. Falls Huawei ausgesperrt wird, stockt der Netzausbau. Und wir müssen uns auf deutlich höhere Preise für Mobilfunk einstellen.“

Deutsche Telekom mit Bedenken?

Doch von den Netzbetreibern kommen auch kritische Töne. Im Dezember 2018 gab die Telekom an, ihre Zulieferer zu überprüfen und die Beschaffungsstrategie neu zu bewerten. Man nehme die Diskussion um die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst.

Doch ist die Telekom wirklich mit Huawei besorgt? Durchaus fraglich. Schließlich arbeitet man mit den Chinesen schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. In den USA wartet die Deutsche Telekom auf ein grünes Licht für die Fusion von T-Mobile und Sprint. Um die Genehmigung zum Zusammenschluss zu erhalten, ist der Netzbetreiber offenbar bereit auf Netzelemente von Huawei zu verzichten.

(Bildquelle Beitragsbild: 4G.de)

Empfohlene Beiträge

Schreibe einen Kommentar

5GMobilfunksendemast