5G: Berlin und Telekom kündigen Testfeld an

Berlin plant seit Mai 2016 ein Testfeld mit dem LTE-Nachfolger 5G. Nun hat die Stadt mit der Telekom einen Kooperationspartner gefunden.  In einem Umkreis von 1 Kilometer möchte man die Mobilfunktechnologie mit Echtzeitanwendungen testen. Die Bewohner von Berliner profitieren nicht vom schnellen Netz, es fehlen noch passende Endgeräte.  

Im Mai dieses Jahres hat Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) angekündigt, dass man ein Testfeld mit 5G in Berlin plane und hierzu im Gespräch mit mehreren Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation sei. Nun hat die Stadt mit der Deutschen Telekom einen Partner für ein Testfeld mit dem 4G-Nachfolger gefunden. Die Wirtschaftssenatorin zeigte sich sehr erfreut über die Zusammenarbeit und betonte die Bedeutung für Berlin: „Im globalen Wettbewerb der Digitalmetropolen kann sich die Hauptstadt damit führend positionieren.“ (Quelle: Pressemitteilung) Nach Informationen der Berliner Morgenpost sollen Sendeanlagen auf dem früheren Telefunken-Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz installiert werden, dies sei dann in direkter Nachbarschaft zur TU Berlin in Charlottenburg. Insgesamt wird man etwa einem Umkreis von 1 Kilometer mit 5G versorgen.

LTE-Mobilfunkmast
2017 testet man erste Anwendungen mit 5G in Berlin (Bildquelle: istockphoto.com, Jens Tandler)

In diesem Umfeld in der Hauptstadt wird man verschiedene Echtzeitanwendungen testen können. Konkrete Anwendungen nannten die beiden Kooperationspartner nicht. Die Tests starten ab 2017, laufen über mehrere Jahre und werden kontinuierlich erweitert. Die Berliner Bürger profitieren nicht von 5G und dem Testfeld. Aktuell fehlen noch passende Endgeräte für den LTE-Nachfolger auf dem Markt. Passende und vor allem bezahlbare Hardware dürften erst in den nächsten Jahren folgen, wenn die Mobilfunktechnologie bereits marktfrei ist.

5G: Marktstart im Jahr 2020

Die Technologie 5G soll im Jahr 2020 in ersten Ländern starten. Der LTE-Nachfolger bietet rasante Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s und eine Latenzzeit unter 1 Millisekunde. Mitunter ist die Rede von bis zu 20 Gbit/s. Erste kommerzielle 5G-Netz wird es wohl in asiatischen Ländern wie Südkorea oder Japan geben. Die Entwicklung der neuen Mobilfunktechnologie steht noch am Anfang. Die Deutsche Telekom und Vodafone hatten erste Erfolge mit 5G auf der CeBIT 2016 in Hannover präsentiert.

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Der LTE-Nachfolger wird in Zukunft viele neue Online-Anwendungen (Internet der Dinge) ermöglichen. Hierzu gehören zum Beispiel selbstfahrende Autos, Virtual Reality bei Computerspielen und fliegende Drohnen. Dazu wird 5G in der Industrie beim Einsatz von Robotern eine wichtige Rolle spielen. Mit dem 4G-Nachfolger werden wir in Zukunft aber auch abhängiger vom Mobilfunk. Dies wissen auch die deutschen Netzbetreiber. Deshalb arbeitet man schon heute an Kooperationsmodellen bei Netzausfällen, um die Auswirkungen zumindest für sensible Infrastrukturen und die Industrie zu minimieren.

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Marius Pieruschka
Als ausgewiesener LTE-Fachmann auf 4G.de aktiv.
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Comments
  • Werner999
    Antworten

    Wenn doch man wenigstens 4G mit voller Bandbreite wenigstens flächendeckend funktionieren würde wäre ich schon zufrieden bevor man Spinnereien betreibt. 2020 sitze ich optimistisch betrachtet im Seniorenheim oder bereits im Unterirdischen. Da nützen mir 5G und 200 GB/s nichts mehr – da habe ich zu den Aliens bereits den direkten Kontakt!

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