Studie: 5G-Auflagen der Bundesnetzagentur unzureichend

 In 5G

1000 Basisstationen mit 5G muss jeder Netzbetreiber bis Ende 2022 errichten. So sieht es eine Auflage der Bundesnetzagentur vor. Eine Studie hat die Verpflichtung genauer unter die Lupe genommen. Mit 3000 Sendestationen ist eine marginale Haushaltsabdeckung möglich. In Berlin würden nur 0,4 Prozent der Haushalte profitieren.

Im November 2018 hat die Bundesnetzagentur die Auflagen für den 4G-Nachfolger verabschiedet. Eine Auflage sieht vor, dass jeder Netzbetreiber jeweils 1000 Sendestationen mit 5G bis Ende 2022 errichtet. Die insgesamt 3000 Basisstationen müssen flächenmäßig proportional auf die Bundesländer aufgeteilt werden. Nun hat die Strategie-Beratung LSP Digital diese Verpflichtung der Regulierungsbehörde genauer unter die Lupe genommen. Mit den 3000 Sendemasten ist nur eine marginale Haushaltsabdeckung möglich. Besonders schlecht bei der Aufteilung der Basisstationen kommen die flächenmäßig kleinen Stadtstaaten weg. Laut der Berechnung von LSP würde die 5G-Abdeckung dort nach Bevölkerung wie folgt aussehen: Berlin (0,4 Prozent), Bremen (0,4 Prozent) und Hamburg (0,5 Prozent). Die beste Netzabdeckung mit dem 4G-Nachfolger hätte Bayern mit 10 Prozent.

5G
Versorgung nach Bevölkerung mit 3000 Basisstationen (Bildquelle: LSP Digital)

Die Strategie-Beratung rechnet noch einen anderen Fall durch. Es würde Sinn machen, in jedem Bundesland erst die größte Stadt mit 5G auszubauen. Hier würden dann Städte wie Hannover oder München in flächenmäßig großen Bundesländern mit einer Netzabdeckung von 90 Prozent oder mehr profitieren. Doch auch dies sei gesagt: Die Bundesnetzagentur spricht genau genommen von mindestens 1000 Basisstationen mit 5G bis Ende 2022. Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland werden sicherlich mehr Sendemasten mit der Mobilfunktechnologie errichten. Ein schneller Ausbau des 4G-Nachfolger ist ganz im Interesse der Netzbetreiber. So hat die Telekom angekündigt, bis Ende 2025 insgesamt 99 Prozent der Bevölkerung mit zu 5G versorgen.

Haushaltsabdeckung mit 98 Prozent bis Ende 2022 mit bis zu 100 Mbit/s

Die Netzbetreiber müssen bis Ende 2022 trotzdem für eine Haushaltsabdeckung von 98 Prozent sorgen. Bei dieser Versorgungsauflage schreibt die Bundesnetzagentur jedoch keine Technologie, sondern nur eine Übertragungsrate (bis zu 100 Mbit/s) vor. Deutsche Telekom, Vodafone und o2 können diese Auflage auch mit dem Ausbau von 4G erfüllen. Die Regulierungsbehörde wurde dafür kritisiert, dass viele der Versorgungsauflagen an keine konkrete Mobilfunktechnologie gebunden sind.

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Viele Politiker hätten sich strengere und konkretere Auflagen bei einer Versorgung mit 5G gewünscht. Die Bundesnetzagentur wiederum betont, dass es wichtig sei, dass die Frequenzen aus der Auktion Anfang 2019 technologieneutral und so mit allen Technologien (LTE, LTE Advanced, 5G) nutzbar sind.

(Bildquelle Beitragsbild: © iaremenko – stock.adobe.com)

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