1&1 setzt in Zukunft auf das o2-Netz und LTE

Am Freitag wurde bekannt, dass 1&1 Ende des Jahres Drillisch übernehmen möchte. Die Übernahmesumme soll bei 2,2 Mrd. Euro liegen. Mit der Fusion wird es einige Änderungen bei der Vermarktung der Tarife geben. Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, hat angekündigt, in Zukunft verstärkt auf LTE-Tarife im o2-Netz zu setzen.

Am Freitag ging es durch die Medien: 1&1 übernimmt Drillisch für 2,2 Mrd. Euro. Wenn alles glatt läuft, soll die Übernahme zum Ende des Jahres 2017 erfolgen. Die Drillisch-Aktionäre und das Bundeskartellamt müssen noch zustimmen. United Internet möchte sich als vierte Kraft auf dem Mobilfunkmarkt neben Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland etablieren. In Zukunft dürfte 1&1 einen anderen Schwerpunkt bei der Vermarktung seiner Tarife setzen. Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, kündigte in einer Telefonkonferenz an, man würde in Zukunft verstärkt auf das o2-Netz setzen. Tarife von Telefónica Deutschland erhalten Kunden ab dem kommenden Jahr über 1&1, Web.de, GMX und die Drillisch Marken.

1&1 Zentrale
Der Anbieter aus Montabaur möchte Drillisch übernehmen (Bildquelle: 1&1)

Gleichzeitig kritisierte Dommermuth Vodafone. Der Netzbetreiber ermöglicht 1&1 keinen Zugang zum LTE-Netz. Dies würde dazu führen, dass die Tarife des Düsseldorfer Netzbetreibers bei United Internet in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen. Ralph Dommermuth äußerte sich auch zur Aussicht auf fallende Preise im Mobilfunk. Gegenüber dem Handelsblatt sagte er: „Telekommunikationsinfrastruktur zu bauen und zu erhalten ist teuer. Das muss auch bezahlt werden. Daher glaube ich nicht, dass die Mobilfunkpreise demnächst signifikant sinken werden.“ (Quelle: Handelsblatt) Dabei verwies er auf das bessere Preis-Leistungsverhältnis bei den aktuellen Mobilfunktarifen. Die Kunden würden schließlich immer mehr Datenvolumen und höhere Bandbreiten für die gleiche monatliche Grundgebühr bekommen.

Drillisch sollte bereits ein „vierter Netzbetreiber“ sein

1&1 möchte in Zukunft die vierte Kraft auf dem Mobilfunkmarkt werden. Diese Rolle sollte bereits Drillisch spielen. Die EU Kommission hatte Ende Juni 2014 die Fusion von E-Plus und o2 nur unter der Bedingung genehmigt, dass Drillisch bis zu 30 Prozent der Netzkapazitäten übernehmen darf und ähnlich wie ein Netzbetreiber agieren soll, um Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zu gewährleisten. Doch nach der Einschätzung von vielen Experten ist dieser Effekt nicht eingetreten. Vielmehr teilen sich drei etwa gleichstarke Netzbetreiber den Markt auf. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Mobilfunktarife hierzulande teuer und bieten wenige Datenvolumen.

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Der Chef von 1&1 hat es bereits angekündigt. Auch nach der Übernahme von Drillisch werden die Preise im Mobilfunk nicht sinken. Man möchte vielmehr auf LTE-Tarife mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis im Netz von o2 setzen. Telefónica Deutschland muss sicherlich bis zum Ende des Jahres noch bei der Netzabdeckung und der Netzqualität nachbessern, um mit dem Angebot von Telekom und Vodafone langfristig konkurrieren zu können.

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